Unsere Geschichte:
Der Gründungsbeschluss für eine eigenständige Vertretung der Frauen in der CSU fiel am 29. August 1947 in Eichstätt. CSU-Frauen aus allen Teilen Bayerns waren beteiligt. Sie betonten den Anspruch der Mehrheit der Wähler der CSU, nämlich den Frauen, ihre Vorstellungen in die CSU einzubringen. So formulierte es Thusnelda Lang- Brumann, die neugewählte Landesvorsitzende der Frauenarbeitsgemeinschaft am Tag darauf bei der außerordentlichen Landesversammlung der Union.
Dr. Josef Müller, der Parteivorsitzende, stellte fest, „es ist Aufgabe der Frauen der Union, das ausgleichende Element zu sein und die Liebe in die Union hineinzutragen“.Sieht man nur dieses Zitat, so ergibt sich ein falscher Eindruck. Bereits in ihren „10 Punkte der CSU“ von 1945 rief die CSU die Frauen zur Mitarbeit auf, ermutigte sie, Bayern wiederaufzubauen. Ihr Wirken sei unverzichtbar. Dies waren keine leeren Worte, die CSU wollte die Frauen.
Ein Ausschuss Frau und Familie wurde gebildet, der zusammen mit anderen Ausschüssen den Aufbau der Organisation der CSU leisten sollte. Er wurde von zwei Frauen geleitet. Im März 1946 wurde Maria Deku als Vertreterin der CSU der Oberpfalz in das bayrische Vorparlament zur Erarbeitung einer Verfassung entsandt und dem dann gewählten neuen bayerischen Landtag gehörten vier Frauen an, alle vier von der CSU. Auch innerparteilich wirkten die Frauen mit, bereits drei im Landesvorstand. Für damalige Verhältnisse war dies beachtlich.
Die erste Satzung legte die zahlenmäßige Beteiligung der Frauen fest. Dem
Berufsständigen Rat mussten zwei Hausfrauen angehören. Man förderte die Frauen (und die Jugend).Viele Frauen aus allen Regionen Bayerns fühlten sich ermutigt, über konfessionelle und soziale Unterschiede hinweg, mitzuwirken. Sie waren überzeugt, dass auf den Frauen eine besondere Verantwortung ruhte und sahen die Ausschaltung des weiblichen Einflusses in der Politik im 3. Reich als eine der Ursachen der Katastrophe und des Zusammenbruchs.
Heute kennen nur noch wenige die Namen dieser mutigen Frauen: Thusnelda Lang-Brumann, Zita Zehner, Gräfin Bothmer, Else Dahm, Maria Deku, Elisabeth Hahn, Dr. Elisabeth Mayer-Sprenkels, Rosine Speicher, Franziska Wittmann, Franziska Gröber, Dr. Maria Probst. Letztere ist vielleicht noch in der Erinnerung. Einig waren sich all diese Frauen, dass sie innerhalb der CSU und den Gremien, in die sie gesandt wurden, einiges beeinflussen können, sie aber in einer eigenen Frauenorganisation mehr erreichen. Viele kamen aus Frauenorganisationen, aber eine eigene Frauengruppe in der CSU versprach ein mehr an Möglichkeiten.